
Gut - aber ausbaufähig - Da die meisten jüngeren – Schülerinnen und Schüler – meist im Unterrichtszusammenhang nicht unbedingt so ganz zuhören und die Älteren sich meist nur vage aus ihrer Schulzeit erinnern, dass die Französische Revolution irgendwie mal wichtig gewesen sein soll, ist dieses Heft sicherlich eine überaus wichtige Ergänzung für jeden Bücherschrank. Eventuell hätte noch eine Betrachtung zu den Bezügen der heutigen Kultur und Politik in Europa und zu aktuellen revolutionären Bestrebungen in der Neuzeit auf der ganzen Welt das Heft ergänzen können.
Liberté, Egalité, Fraternité - erstmals in Europa sollten alle Menschen gleich sein, dieses hehre Ziel schien jedes Opfer zu rechtfertigen.Geo Epoche begleitet den Leser durch bewegende zehn Jahre, nach denen nicht nur in Frankreich nichts mehr so war wie früher.Der Band beschreibt zunächst in zwei Artikeln den Niedergang des Königtums und den aufflackernden Widerstand der Landbevölkerung im Mehlkrieg.Weiter gehts mit der Einberufung der Generalstände und dem Ballhausschwur. Der Sturm auf die Bastille am 14.Juli 1789 wird minutiös dargestellt.Die Kanonade von Valmy steht exemplarisch für die Befreiungskriege, die das revoluionäre Frankreich gegen das europäische Establishment führen mußte und dazu eine Wehrpflichtarmme schuf.Dann wird auch die Konterrevolution der Weißen in der Vendee beschrieben und die fürchterliche Rache der Pariser Zentralgewalt, die in der südwestlichen Gegend Frankreichs keinen Stein auf dem anderen ließ.Natürlich ist auch ein Kapitel Marat, Robespierre und Danton gewidmet und dem Terreur, den die einen mehr die anderen weniger entfesselten. Schließlich fraß die Revolution die eigenen Kinder.Der aufsteigende Stern eines unbekannten korsischen Generals bildet den Abschluß.Er schloß im Dezember 1799 mit den Worten Die Revolution ist beendet! Einziger Wehrmutstropfen ist das Titelbild, das die vorstürmende Marianne in der 1830 Revolution zeigt, was Geo Epoche auch freimütig zugibt. Auch wenn diese Bild zum Symbol für die franz. Revolution und alle nachkommenden wurde, hätte ich ein Bild aus der betreffenden Zeit bevorzugt, z.B. das Bildniss von Marats Tod.Das aber nur am Rande, die Ausgabe ist hervorragend recherchiert, abwechlungsreich, beinhaltet alle wesentlichen Aspekte, was will man also mehr ?Ich freue mich jedenfalls schon jetzt auf die kommende Ausgabe Preussen.